Edenhofer

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer

Vortragstitel: 
Zur Ökonomie des Klimwandels

Inhalte des Vortrags:
Die Gefahr, dass das Abkommen von Paris scheitert, ist noch nicht gebannt: Die freiwilligen Selbstverpflichtungen reichen nicht aus, um die 2°C Grenze einzuhalten. Zwar hat sich die Staatengemeinschaft auf ein umfassendes Regelwerk geeinigt, das ab 2024 in Kraft treten soll. Mit jeder zusätzlichen Tonne Kohlenstoff, die in der Atmosphäre abgelagert wird, rückt das Erreichen des 2°C-Ziels jedoch mehr außer Reichweite. Ein probates Instrument zur Reduzierung der CO2-Emissionen ist die koordinierte Bepreisung des Kohlenstoffs. CO2-Preise verbunden mit strategischen Transfers können die Verhandlungs- und Kooperationsbereitschaft der Staaten erhöhen und die Umsetzung der vereinbarten Ziele erleichtern. Obwohl diese Bepreisung für viele Regierungen, vor allem in den Schwellenländern, große Vorteile bietet, setzen Länder wie Indonesien, Vietnam und sogar Japan wieder verstärkt auf die veraltete Technik der Kohleverstromung. Nur eine international koordinierte Klimapolitik wird dazu führen, dass herkömmliche Kohlekraftwerke vom Netz genommen und erneuerbare Energien rentabel werden. Auf der nationalen Ebene steht das Thema Klimawandel gerade auch die FridaysForFuture-Bewegung mehr denn je im öffentlichen Fokus. Damit bietet sich die Chance für richtungsweisende Veränderungen in der Klimapolitik. Dennoch hat die Bundesregierung ein nur unzureichendes Klimapaket geschnürt.

Vortrag: 
17. März 2020, 13:30 Uhr

Aktuelle Positionen: 
⇰ Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dessen Forschung im Rahmen der letzten Leibniz Evaluierung mit „exzellent“ bewertet wurde 
⇰ Gründungsdirektor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), dessen Arbeit von einer unabhängigen wissenschaftlichen Kommission dasPrädikat “exzellent” erhielt
⇰ Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der Technischen Universität (TU) Berlin