Tipps für den Fachhandwerker:

Fachgerecht installieren, Montagefehler vermeiden

 

Gemäß AVBWasserV §12 Abs. 2 darf nur ein in das Installateurverzeichnis eingetragener SHK-Betrieb eine Trinkwasseranlage errichten oder Veränderungen vornehmen. Doch bei der Vielzahl von Vorschriften und Bestimmungen ist es für den Installateur oft nicht leicht, das passende Installationssystem für sein Bauvorhaben auszuwählen.

Was zeichnet ein montagefreundliches und hygienisches Installationssystem aus?

 

Die Auswahl an Installationssystemen, egal ob mit Metall- oder Kunststoffrohren ist riesig. Doch nicht alle Systeme erfüllen alle Anforderungen gleichermaßen gut. Selbst wenn sie den gesetzlichen und normativen Anforderungen genügen, können eine komplizierte Handhabung oder Schwierigkeiten bei der Montage auf der Baustelle ein Ausschluss-Kriterium sein. Deshalb sollte ein sicher und schnell zu verarbeitendes Installationssystem mindestens folgende Anforderungen erfüllen:

Dichtheitsprüfung, Erstbefüllung und Inbetriebnahme


Gemäß den Bestimmungen der DIN EN 806-4 und des ergänzenden ZVSHK-Merkblatts „Dichtheitsprüfungen von Trinkwasser-Installationen […]“  kann die Dichtheitsprüfung entweder nass mit filtriertem Trinkwasser, oder trocken mit ölfreier Druckluft bzw. Inertgas durchgeführt werden. Welches Prüfverfahren eingesetzt wird, hängt u.a. von den hygienischen Anforderungen des jeweiligen Gebäudes ab. Das Installationsunternehmen muss die Befüllung und Spülung der Trinkwasserinstallation protokollieren und von der Bauleitung gegenzeichnen lassen.Mit der Erstbefüllung einer Trinkwasser-Installation muss der Handwerker dern erforderlichen Wasseraustausch, ggf. durch einen simulierten bestimmungsgemäßen Betrieb, sicherstellen.

Ist eine trockene oder nasse Dichtheitsprüfung die Lösung?

Druck- und Dichtsheitsprüfung
In der TGA-Branche wird oft über die Art der Dichtheitsprüfung von Trinkwasser-Installationen diskutiert. In diesem Zusammenhang entstand die Fragestellung, in wie weit Dichtheitsprüfungen mit ölfreier Druckluft oder Inertgas sicher genug sind. Oder sind nur Dichtheitsprüfungen mit filtriertem Trinkwasser wirklich sicher? 
Mehr dazu lesen Sie hier.

Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser

Bei der Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser wird die Anlage zunächst mit filtriertem Trinkwasser befüllt und anschließend der Dichtheitsprüfung unterzogen. Dieses Verfahren ist dann geeignet, wenn 

  • keine Frostgefahr besteht
  • der Haus- oder Bauwasseranschluss gespült und dadurch für den Anschluss und Betrieb freigegeben ist
  • keine erhöhten Anforderungen an die Trinkwasserhygiene vorliegen
  • der Wasseraustausch spätestens nach sieben Tagen nach der Druckprüfung und danach alle drei Tage bis zur Inbetriebnahme der Trinkwasser-Installation sichergestellt wird.

Nach der Dichtheitsprüfung kann  der Installateur die Anlage spülen und in Betrieb nehmen.

Dichtheitsprüfung mit Druckluft oder Inertgas

Bei einer Dichtheitsprüfung mit Wasser kann trotzt anschließendem gründlichem Entleeren der Anlage noch Restwasser im Abschnitten des Rohrleitungsnetzes verbleiben – bei längerer Stagnation ein idealer Nährboden für Bakterien.

Deshalb wird, insbesondere in Gebäuden mit hohen Hygieneanforderungen wie z. B. in Krankenhäusern, Altenheimen oder Sportstätten, die Dichtheitsprüfung mit ölfreier Druckluft oder Intertgas (i.d.R. Stickstoff oder Kohlendioxid) empfohlen. Dabei wird die Anlage zunächst der Dichtheitsprüfung unterzogen und erst danach – möglichst erst kurz vor der Inbetriebnahme – erstmalig mit filtriertem Trinkwasser gespült und befüllt.
Komponenten / Werkstoffe
Verbindungstechniken
Flexibilität
Komplettsystem
Installationsvarianten
vorgedämmte Komponenten / vorgefertigte Baugruppen
werkseitig vorgedämmt

Werkseitig vorgedämmt für schnelle Installation auf der Baustelle

Werkseitig vorgedämmte Uponor Installationsrohre bieten entscheidende Vorteile: 

  • Schnellerer Baufortschritt gegenüber Vor-Ort-Dämmung
  • Passende Dämmung für die jeweilige Dämmanforderung 
  • Geringe Rohraußendurchmesser durch exzellente Wärmedämmeigenschaften der eingesetzten Dämmstoffe (WLS35)
  • Robuste Außenschicht gegen mechanische Beschädigungen
  • Preisvorteil gegenüber einem separaten Kauf von Rohr und Dämmung

Uponor Uni Pipe PLUS Installationsrohre sind vorgedämmt erhältlich und haben dadurch gegenüber vor Ort gedämmten Rohren entscheidende Vorteile. Sie lassen sich schnell installieren und sind zudem exakt auf die jeweilige Dämmanforderung abgestimmt. Dabei ermöglichen die guten Wärmedämmeigenschaften der eingesetzten Dämmstoffe geringe Außendurchmesser und führen so zu niedrigern Aufbauhöhen oder einer einfacheren Installation in der Vorwand.

Welche Installationsart ist im Geschoss die Richtige?

Die jeweilige Installationsart, d.h. wie die einzelnen Entnahmestellen an die Kalt- und Warmwasserversorgungsleitungen angeschlossenen werden, hat insbesondere Einfluss auf 

  • den Aufwand zur Einhaltung der hygienischen Qualität der Installation
  • den Nutzerkomfort (Ausstoßzeiten)
  • den Materialbedarf und die Baukosten
  • die Druckverluste im Rohrnetz 

Drei Installationsarten im direkten Vergleich

Eine Trinkwasser-Installation kann auf verschiedene Art und Weise durchgeführt werden. Nachfolgend lesen Sie, welche Installationsart in Frage kommt.
Installationsarten Trinkwasserleitungen
Durchschleif-Ring-Installation
Durchschleif Ringinstallation

Durchschleif-Ring-Installation

Bei der Durchschleif-Ring-Installation verbindet der Installateur die Entnahmestellen ähnlich der Reiheninstallation. Allerdings führt er die Leitung vom letzten Verbraucher zurück zum Ausgangspunkt. Das ermöglicht einen hygienisch einwandfreien Wasseraustausch im Betrieb, unabhängig davon, an welcher Entnahmestelle Wasser gezapft wird. Da die Entnahmestellen von zwei Seiten versorgt werden, sinkt der Montageaufwand. Denn der Installateur kann für die Anschlussleitungen durchgängig eine Dimension verwenden. Zudem bietet die Durchschleif-Ring-Installation die Möglichkeit, die automatische Uponor Smatrix Aqua PLUS Hygienespülstation an einer beliebigen Stelle in die Ringleitung zu integrieren. Am besten dort, wo der Anschluss an die Abwasserrohrleitung am einfachsten ist. 
Durchschleif-Reihen-Installation
Durchschleif Reiheninstallation

Durchschleif-Reihen-Installation

Bei der Durchschleif-Reiheninstallation schließt der Handwerker die Entnahmestellen mit der Uponor S-Press-U-Wandscheibe an und führt die Installationsrohre unmittelbar zur nächsten Entnahmestelle. So findet ein kompletter Wasseraustausch der Stockwerksinstallation statt, wenn die letzte Zapfstelle genutzt wird. Idealerweise sollte deshalb der am häufigsten genutzte Verbraucher, beispielsweise die Toilettenspülung oder der Waschtisch, am Ende der Reihe eingeplant werden. Eine Spülstation muss bei dieser Installationsvariante endständig am letzten Verbraucher angeschlossen werden was u.U. nicht mit der Abwasserführung zusammenpasst. Wie bei der T-Installation wird zumeist mit einer größeren Rohrdimension begonnen, die sich dann bis zur letzten Entnahmestelle verkleinert
 
T-Installation
T Stück Installation

T-Installation

Bei der T-Installation werden alle Verbraucher einzeln über T-Stücke an die Versorgungsleitungen angeschlossen. Die Installation wird zumeist mit einer größeren Rohrdimension begonnen, die sich dann bis zur letzten Entnahmestelle verkleinert. Dadurch können die Leitungswege minimiert werden. Allerdings besteht bei T-Installationen die Gefahr, dass in den Anschlussleitungen von selten genutzten Verbrauchern Wasser stagniert und aufkeimt. Die T-Installation sollte daher nur bei täglich und regelmäßig genutzten Entnahmestellen verwendet werden.