Rechte und Pflichten:

Was kennzeichnet eine hygienische Trinkwasser-Installation?


Für die hygienische Trinkwasserqualität in einem Gebäude sind der Bauherr, der Architekt, der SHK-Planer, der SHK-Handwerker und nicht zuletzt auch der Betreiber und der Nutzer der Anlage verantwortlich. Während Planer und Verarbeiter die Trinkwasser-Installation (TWI) unter Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik planen bzw. montieren müssen, liegt die Verantwortung für den Erhalt der Trinkwasserhygiene z.B. durch regelmäßigen Wasseraustausch alleine bei dem Betreiber.

Bauherr ist bis zur Abnahme verantwortlich

 

Die Verantwortung für die Einhaltung der Normen und Verordnungen liegt bis zur Abnahme beim Bauherr. Er delegiert in der Planungs- und Umsetzungsphase die Pflichten an die beteiligten Ingenieure, Planer, Architekten, Installateure und Lieferanten. Nach der Abnahme sind der Betreiber und die zuständigen Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden für die Einhaltung der Trinkwasserhygiene verantwortlich.

Die Pflichten des Unternehmers oder sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage (USI) sind in der Trinkwasserverordnung § 3 Trinkwasser-Hausinstallationen in Verbindung mit § 13 Anzeigepflichten, § 14 TrinkwV Untersuchungspflichten und § 16 Besondere Anzeige- und Handlungspflichten geregelt.

Gesamte Trinkwasserverordnung (TrinkwV)

Allgemein anerkannte Regeln der Technik beachten!

Die Trinkwasserverordnung und andere Gesetzen und Verordnungen verweisen oft auf „allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.)“. Dazu gehören nationale Normen und Richtlinien (DIN, DVGW,VDI) oder internationale Normen (EN, ISO) und Merkblätter der einschlägigen Verbände. Gerichte nutzen diese Dokumente, wenn sie überprüfen, ob eine Anlage nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geplant, erstellt und betrieben ist. Hier folgen die wichtigsten Regelwerke:

Alle wichtigen Gesetze und Verordnungen auf einem Blick:

  • VDI 6023: Hygiene in Trinkwasser-Installationen – Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung
  • DIN 1988: Technische Regeln für die Trinkwasser-Installation 
     Teil 100: Schutz des Trinkwassers, Erhaltung der Trinkwassergüte; Technische Regel des DVGW (Verweis auf DIN EN 1717)
     Teil 200: Installation Typ A (geschlossenes System) – Planung, Bauteile, Apparate, Werkstoffe; Technische Regel des DVGW
    (Verweis auf DIN EN 806-1, DIN EN 806-2 und DIN EN 806-4)
    Teil 300: Ermittlung der Rohrdurchmesser, Technische Regel des DVGW (Verweis auf DIN EN 806-3)
    Teil 500: Druckerhöhungsanlagen mit drehzahlgeregelten Pumpen > Teil 600: Trinkwasser-Installationen in Verbindung mit Feuerlösch- und Brandschutzanlagen
  • DIN EN 806 1-5: Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen
  • DVGW W 551: Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen – Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums – Planung, Errichtung, Betrieb und Sanierung von Trinkwasser-Installationen
  • DVGW W 553: Bemessung von Zirkulationssystemen in zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen
  • DVGW 556: Hygienisch-mikrobielle Auffälligkeiten in Trinkwasserinstallationen: Methodik und Maßnahmen zu deren Behebung
  • DVGW W 557: Reinigung und Desinfektion von Trinkwasser-Installationen
  • DVGW 558: Instandsetzung von Trinkwasser-Installationen (Technische und korrosionsspezifische Maßnahmen)
  • DIN EN 1717: Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen 
  • VDI 6003: Trinkwassererwärmungsanlagen - Komfortkriterien und Anforderungsstufen für Planung, Bewertung und Einsatz (wenn vertraglich gefordert)

Vorsicht bei der Wahl der Werkstoffe

Die eingesetzten Materialien beeinflussen maßgeblich, wie langlebig und zuverlässig eine Trinkwasser-Installation ist.  Zudem listet das Umweltbundesamt (UBA) alle „trinkwasserhygienisch geeigneten metallischen Werkstoffe“ auf. Zugelassene Werkstoffe und daraus gefertigte Komponenten tragen das Zeichen eines anerkannten Zertifizierers, z. B. DIN/DVGW- oder DVGW-Zertifizierungszeichen. Alle Uponor Trinkwasserkomponenten sind DVGW-zertifiziert und somit uneingeschränkt für die Verwendung in Trinkwasser-Installationen zugelassen.

Fehler bereits bei der Planung vermeiden

Eine vorausschauene Planung legt den Grundstein für eine hygienische, effiziente und komfortable Trinkwasser-Installation. Denn eine moderne Trinkwasserinstallation muss nicht nur den aktuellen Regeln der Technik entsprechen um die Trinkwasserhygiene zu gewährleisten, sie sollte überdies energieeffizient sein. Zudem sind die Anforderungen an den Komfort einer Trinkwasserinstallation markant gestiegen. Moderne Badarmaturen mit hohen Durchflussmengen und strenge Anforderungen an die Warmwasser-Ausstoßzeiten (z.B. DIN 1988-200 oder, per Werkvertrag, VDI 6003) können eine Herausforderung für den Planer sein.

Kupfer nicht für alle Trinkwässer bedenkenlos einsetzbar

Unter ungünstigen Umständern können aus Installationen mit Kupferrohren Kupferionen in unzulässiger Konzentration in das Trinkwasser gelangen. Für den bedenkenlosen Einsatz muss das Trinkwasser zusätzlich zu den Anforderungen der Trinkwasserverordnung folgenden Anfoderungen genügen: pH-Wert ≤ 7,4 oder 7,0 ≤ pH < 7,4 und zusätzlich TOC ≤ 1,5 mg/l.
Wahl der Werkstoffe

Trinkwasserleitungen und -komponenten richtig dämmen

Die Wämedämmanforderungen für warm- und kaltgehende Trinkwasserleitungen sind in diversen Normen und Verordnungen (EnEV, DIN EN 806 - 2, DIN 1988-200) beschrieben. 

Wann muss gedämmt werden?

  • Warmwasserleitungen (PWH, PWH-C, Heizungsleitungen) gegen Wärmeverlust 
  • kaltgehender Trinkwasserleitungen (PWC) gegen die Erwärmung von kalten Trinkwasser in den Rohren. 
  • Gegen Korrosion, Tauwasserbildung und Schallübertragung oder 
  • bei der Durchquerung von Brandabschnitten. 
Uponor ISI Box

Uponor Smart ISI: Wärme- und Schalldämmung inklusive

  • Einfach und schnell montiert
  • Schall- und Wärmedämmung ab Werk
  • Individuelle Vorfertigung möglich

Uponor Smart ISI Boxen sind vorgefertigte Module für die einfache und schnelle Montage in Ständerwandsysteme. Sie sind für alle merktüblichen Sanitärobjekte erhältlich und bestehen aus einem schall- und wärmedämmenden Isolierkörper mit integrierten und vormontierten Uponor Smart Aqua Trinkwasserkomponenten aus dem bewährten Uponor Verbundrohrsystem. Uponor Smart ISI Boxen sind bereits ab Werk anschlussfertig mit Uponor Verbundrohren Dim. 16 mm ausgestattet und dank integrierter Uponor U-Wandscheiben für alle T-Stück-, Reihen- und Ringinstallationen bestens geeignet.

Produktdetails
werkseitig vorgedämmt

Uponor Verbundrohre: werksseitig vorgedämmt für eine schnelle Installation auf der Baustelle

Werkseitig vorgedämmte Uponor Installationsrohre bieten entscheidende Vorteile: 


  • Schnellerer Baufortschritt gegenüber Vor-Ort-Dämmung
  • Passende Dämmung für die jeweilige Dämmanforderung 
  • Geringe Rohraußendurchmesser durch exzellente Wärmedämmeigenschaften der eingesetzten Dämmstoffe (WLS35)
  • Robuste Außenschicht gegen mechanische Beschädigungen
  • Preisvorteil gegenüber einem separaten Kauf von Rohr und Dämmung


Uponor Uni Pipe PLUS Installationsrohre sind vorgedämmt erhältlich und haben dadurch gegenüber vor Ort gedämmten Rohren entscheidende Vorteile. Sie lassen sich schnell installieren und sind zudem exakt auf die jeweilige Dämmanforderung abgestimmt. Dabei ermöglichen die guten Wärmedämm-eigenschaften der eingesetzten Dämmstoffe geringe Außendurchmesser und führen so zu niedrigern Aufbauhöhen oder einer einfacheren Installation in der Vorwand.

Produktdetails

Dimensionierung der Rohrleitungen

Dimensionierung der Rohrleistungen

Die Bemessung von Kalt- und Warmwasserleitungen erfolgt gemäß DIN 1988-300.
Dabei sind u.a. folgende Grundsätze für eine bedarfsgerechte und hygienische Auslegung zu berücksichtigen:

  • Spitzenvolumenströme und Gleichzeitigkeiten der Wasserentnahme so klein wie möglich ansetzen 
  • Rohrdurchmesser so klein wie möglich und so groß wie nötig wählen, damit Überdimensionierungen vermieden werden und ein vollständiger hygienischer Wasseraustausch sichergestellt ist 
  • Anordnung der Entnahmestellen und Leitungsführung zu den Entnahmestellen im Hinblick auf einen maximalen Wasseraustausch planen (z.B. Durchschleif-Ring-Installation)

Downloads:

Uponor Brandschutz

Brandabschottungen für Uponor Installationsrohre in Trinkwasser- und Heizungsinstallationen

PDF 5.99MB

Uponor Rohrleitungsdämmung

in Trinkwasser- und Heizungsinstallationen

PDF 4.07MB

Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser

Bei der Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser wird die Anlage zunächst mit filtriertem Trinkwasser befüllt und anschließend der Dichtheitsprüfung unterzogen. Dieses Verfahren ist dann geeignet, wenn 

  • keine Frostgefahr besteht
  • der Haus- oder Bauwasseranschluss gespült und dadurch für den Anschluss und Betrieb freigegeben ist
  • keine erhöhten Anforderungen an die Trinkwasserhygiene vorliegen
  • der Wasseraustausch spätestens nach sieben Tagen nach der Druckprüfung und danach alle drei Tage bis zur Inbetriebnahme der Trinkwasser-Installation sichergestellt wird.

Nach der Dichtheitsprüfung kann  der Installateur die Anlage spülen und in Betrieb nehmen.

Dichtheitsprüfung mit Druckluft oder Inertgas

Bei einer Dichtheitsprüfung mit Wasser kann trotzt anschließendem gründlichem Entleeren der Anlage noch Restwasser im Abschnitten des Rohrleitungsnetzes verbleiben – bei längerer Stagnation ein idealer Nährboden für Bakterien.

Deshalb wird, insbesondere in Gebäuden mit hohen Hygieneanforderungen wie z. B. in Krankenhäusern, Altenheimen oder Sportstätten, die Dichtheitsprüfung mit ölfreier Druckluft oder Intertgas (i.d.R. Stickstoff oder Kohlendioxid) empfohlen. Dabei wird die Anlage zunächst der Dichtheitsprüfung unterzogen und erst danach – möglichst erst kurz vor der Inbetriebnahme – erstmalig mit filtriertem Trinkwasser gespült und befüllt.

Gefahr: Stagnation

Lange Stillstandzeiten können zu Verkeimungen oder zu einer besonders hohen Konzentration von Installationskomponenten im Trinkwasser führen. Stagnation tritt z.B. auf 

Icon Gefahr 
  • bei einem nicht bestimmungsgemäßen Betrieb
  • bei Nutzungsunterbrechung während des Urlaubs
  • wenn Objekte wie z.B. Ferienwohnungen nur saisonal genutzt werden
  • wenn sich der Einzug in das Gebäude verzögert 
  • im Bestand durch Leerstand bei Mieterwechsel 

Besonders in Gebäuden mit nicht kontinuierlicher Nutzung wie z.B. in Krankenhäuseren, Schulen, Arztpraxen und Hotels kann stagnierendes Wasser zu Hygieneproblemen führen. Wird eine Trinkwasser-Installation oder ein Teilbereich mehr als 72 Stunden nicht genutzt, stellt dies nach Richtlinie VDI/DVGW 6023 eine Beriebsunterbrechung dar. Dementsprechend müssen betroffene Installationsabschnitte bei der Wiederinbetriebnahme bis zu einem vollständigen Trinkwasseraustausch gespült werden.

Wie kann Stagnation vermieden werden?

Automatische Hygiene Spülstationen

Die Lösung: eine automatische Hygiene-Spülstation - Uponor Smatrix Aqua PLUS 

Einen sicheren Schutz vor Stagnationen bei längerer Abwesenheit bieteten Uponor Smatrix Aqua PLUS Spülstationen, die in die Durchschleif-Ring-Installation eingebunden werden. Spülstationen sorgen bedarfsgerecht für einen regelmäßigen Austausch des Wasserinhalts in der jeweiligen Stockwerksinstallation. Findet beispielsweise innerhalb von 72 Stunden kein kompletter Wasserwechsel im Stockwerk statt, löst das System automatisch eine Spülung aus. Die Verbrauchskosten der Hygienespülung liegen dabei je nach Nutzung bei lediglich 5 bis 15 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Die Spülstation wird komplett vorkonfektioniert und anschlussfertig geliefert und kann sowohl im Nass- wie auch Trockenbau eingesetzt werden. Bei einer Montage in der Wand ist die Spülstation durch einen einstellbaren Fliesenrahmen z.B. für Wartungsarbeiten jederzeit zugängig.

Verunreinigungen des Trinkwassers verhindern

Unter ungünstigen Umständen kann verunreinigtes Wasser in die TW-Installation gelangen. Die Gefahr besteht beispielsweise dann, wenn innerhalb des Trinkwasser-Installationssystems ein Unterdruck entsteht und dadurch Flüssigkeiten von außen in das System gelangen können. Ein Unterdruck kann z. B. durch plötzliches Entleeren der Leitungen bei einem Rohrbruch aber auch beim Absperren von Installationsabschnitten mit unterschiedlichen Betriebswasserständen durch geodetische Höhenunterschiede entstehen. Maßnahmen zur Vermeidung von Verunreinigungen sowie Anforderungen an die Sicherungseinrichtungen sind in der europäischen Norm DIN EN 1717 festgelegt. Zusätzliche Festlegungen unter Berücksichtigung des deutschen Technischen Regelwerks enthält die deutsche Ergänzungsnorm DIN 1988-100.

Ist eine trockene oder nasse Dichtheitsprüfung die Lösung?

Druck- und Dichtsheitsprüfung
In der TGA-Branche wird oft über die Art der Dichtheitsprüfung von Trinkwasser-Installationen diskutiert. In diesem Zusammenhang entstand die Fragestellung, in wie weit Dichtheitsprüfungen mit ölfreier Druckluft oder Inertgas sicher genug sind. Oder sind nur Dichtheitsprüfungen mit filtriertem Trinkwasser wirklich sicher? 
Mehr dazu lesen Sie hier.

Zirkulationssysteme? Wenn, dann richtig!

  • Zirkulationsleitungen (PWH-C) und Trinkwasserleitungen kalt (PWC) getrennt verlegen
  • Warmgehende und kaltgehende Trinkwasserleitungen ausreichend dämmen (EnEV, DIN 1988)
  • dezentrale Trinkwassererwärmung (mit Frischwarmwasserstationen) benötigt keine Zirkulationsleitung

Gemäß Trinkwasserverordnung, DIN 1988-200 und den technischen DVGW-Merkblättern W 551 und W 553 sind in Trinkwarmwasseranlagen in der Regel Zirkulationssysteme zur Temperaturhaltung einzubauen. Zirkulationssysteme können jedoch negative Auswirkungen auf die Trinkwasserhygiene haben, z.B. wenn Zikulationsleitungen gemeinsam mit Kaltwasserleitungen in Schächten oder Vorwandinstallationen liegen. Hier besteht die Gefahr, dass sich das Wasser in der kaltgehenden Trinkwasserleitung über den zulässigen Wert von 25 °C erwärmt und verkeimt.